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1830 wurde in Bettelhecken der Grundstein für eine eigenständige Krankenhausversorgung gelegt. Die Geschichte erzählt von persönlichem Engagement, wachsendem Bedarf und begrenztem Raum.
Um 1800 wurde der Bedarf an einem Krankenhaus in Sonneberg zunehmend deutlich. 1808 schlug Oberamtmann Freiherr von Donop vor, das Siechenhaus in ein Kranken- und Arbeitshaus umzuwandeln und in die Stadt zu verlegen.
Besonders Dr. Engelhardt setzte sich für eine eigene Krankenanstalt ein. Er wandte sich an Behörden und den Herzog, warb öffentlich für das Vorhaben und sammelte Unterstützung. Im Juni 1830 folgte der entscheidende Schritt: Das Brevilliersche Haus in Bettelhecken wurde für die Versorgung der Bevölkerung von Stadt und Amt Sonneberg erworben. Der Kaufpreis betrug 2.450 Gulden.
Oberamtmann Freiherr von Donop schlägt eine neue Form der Krankenversorgung in Sonneberg vor.
Im Juni wird das Brevilliersche Haus in Bettelhecken als Krankenhaus für Stadt und Amt Sonneberg erworben.
Die Mittel der Siechenhauskassen werden mit der Krankenhauskasse verbunden.
Ein Bericht von Dr. Kreißmann beschreibt erhebliche räumliche und hygienische Mängel und unterstreicht den Bedarf an einem Neubau.
1834 wurden sieben Kranke im Krankenhaus versorgt. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Zahl der aufgenommenen Menschen deutlich. Für die Jahre 1876 und 1885 nennt die Chronik 81 beziehungsweise 267 versorgte Kranke.
Die Entwicklung zeigte, wie wichtig eine feste Einrichtung für die medizinische Versorgung geworden war. Zugleich veränderten sich die Anforderungen an Räume, Ausstattung und Organisation. Während des Krieges 1870/71 wurde das Krankenhaus auch als Lazarett genutzt.
Auch die Aufstockung um ein drittes Geschoss und die Erweiterung auf 30 Betten konnten die räumlichen Probleme nicht dauerhaft lösen. Dr. Kreißmann bemängelte 1896 unter anderem fehlende Ärzte- und Operationszimmer, unzureichende Belüftung sowie ungeeignete Funktionsräume.
Der Bericht macht deutlich, wie sehr sich die Anforderungen an ein Krankenhaus verändert hatten. Für eine zeitgemäße Versorgung brauchte Sonneberg mehr Platz und eine andere bauliche Organisation.
Ein eigener Operationsraum fehlte dem Krankenhaus in Bettelhecken noch 1896. Heute verfügt das Medinos Klinikum Sonneberg über unterschiedliche operative Fachbereiche. In der Allgemein- und Viszeralchirurgie kommen abhängig vom Befund offene oder minimalinvasive Verfahren zum Einsatz.
Wer sich aus Sonneberg, Neustadt bei Coburg oder dem Raum Coburg über die heutigen chirurgischen Angebote informieren möchte, findet die aktuellen Leistungen und Ansprechpartner auf der Fachbereichsseite des Klinikums.
Mit der Eröffnung des Kreiskrankenhauses an der Neustadter Straße 1901 begann ein neues Kapitel. Das bisherige Krankenhaus in Bettelhecken schloss im Dezember desselben Jahres.