Übersicht über die Holding-Struktur
Übersicht über die Holding-Struktur

regioMed - Eine Idee setzt sich durch.

Die deutschen Kliniken haben unruhige Zeiten hinter sich. Die grundlegende Neuordnung der Krankenhaus-Finanzierung (Stichwort DRG) wurde begleitet von einer Reihe an Risiken und Nebenwirkungen: Zunehmender Wettbewerb zwischen den Kliniken bei gleichzeitig immer neuen gesetzlich verordneten Belastungen führte dazu, dass in vielen Krankenhäusern alte Strukturen erneuert und die wirtschaftliche Effizienz gesteigert wurde. Dies allein wird jedoch dauerhaft nicht ausreichend sein, denn mit einem Abflauen der Turbulenzen ist nicht zu rechnen - im Gegenteil. Das Spannungsfeld zwischen dem medizinisch Möglichen und dem finanziell Darstellbaren wird weiter wachsen. Dies stellt nicht nur die Krankenhausstrukturen im konkreten Einzelfall in Frage. Es geht vielmehr um grundsätzliche Fragen der Krankenhausversorgung für die gesamte Region.

Die weitere Verlagerung von stationären Leistungen in den ambulanten Bereich, die Forderung von Mindestmengen, die Fokussierung der Krankenhausplanung auf Vorgaben zur Strukturqualität und der durch Fördermittel nicht mehr gedeckte Investitionsbedarf erschweren den Marktzutritt und zwingen in ihrer Wirkung zum Beschreiten neuer Wege. Die Herausforderungen der Zukunft für Krankenhäuser, die sich als Einzelkämpfer verstehen, werden sich oftmals nicht mehr bewältigen lassen. Für Schlagzeilen sorgen dann üblicherweise die Übernahmen kommunaler Kliniken durch private Betreiber.

Sechs kommunale Krankenhäuser der Region Oberfranken/ Südthüringen haben sich gemeinsam mit ihren Trägern für einen anderen Weg entschieden. Mit dem Ziel, eine gute flächendeckende und wohnortnahe Versorgung aufrechterhalten zu wollen, hat die regionale Betrachtung die krankenhausindividuelle Sichtweise ersetzt. Bei der Abstimmung von Leistungsspektren und Versorgungsangeboten waren Landkreis- und selbst Landesgrenzen keine Hindernisse mehr. Denn nur so können sich in Zukunft Strukturen mit größtmöglichen Synergieeffekten entwickeln.

Die Idee, über Kooperationen einzelner kommunaler Kliniken dauerhaft tragfähige Strukturen zu schaffen, findet hierzulande zunehmende Verbreitung. Dabei zeigt sich jedoch häufig, dass eine Zusammenarbeit oder gar ein Zusammenschluss über Gebietskörperschaften hinweg aufgrund der föderalen Struktur kaum durchsetzbar ist. In der Region Südthüringen/ Oberfranken hingegen verhalten sich die Verantwortlichen in höchstem Maße fortschrittlich: In der Erkenntnis, dass die regionale Krankenhausversorgung gemeinsam wesentlich besser zu schultern ist, arbeiteten sie zielorientiert daran, einen Verbund der kommunalen Kliniken der Landkreise Coburg, Hildburghausen, Lichtenfels und Sonneberg über Ländergrenzen hinweg dauerhaft zu etablieren. Dieses gemeinsame Vorgehen von Landkreisen zweier Bundesländer ist einmalig in Deutschland. Gleichwohl bestehen keine Zweifel daran, dass sich diese Situation rasch ändern wird: Die Idee „regioMed“ setzt sich durch.

Die Bewohner der kooperierenden Kreise werden hiervon trotz notwendig werdender Leistungskonzentrationen langfristig profitieren. Denn im Verbund wird es gelingen, an allen Standorten eine sinnvolle Ergänzung medizinischer Angebote aufzubauen und damit die wohnortnahe Krankenhausversorgung - auch mit medizinischen Spitzenleistungen - nachhaltig abzusichern. Die Nutzung von Synergieeffekten, Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer stärkt die Leistungsfähigkeit eines jeden Partners. Mehr noch: Es sind die gemeinsamen Diagnose- und Behandlungskonzepte mit einer gezielten Stärkung der Partner und der Bildung lokaler Schwerpunkte, die das Potenzial von regioMed ausmachen. Hinzu kommen gemeinsame Dienstleistungen etwa der Datenverarbeitung und die gemeinsame Aus-, Fort- und Weiterbildung. Vor allem aber bringt die intensive regionale Zusammenarbeit für die Patientinnen und Patienten einen entscheidenden Vorteil: Sie finden künftig alle medizinischen Leistungen in ihrer Region.

Der Aufbau einer stabilen Holdingstruktur war die logische Konsequenz für die ernsthafte Fortentwicklung der Kooperation. Das Ziel ist letztendlich die dauerhafte Stabilisierung der Standorte auf hohem Niveau im Sinne der ansässigen Bevölkerung. Die Patienten werden mit qualitativ hochwertigen medizinischen Leistungen in der Region versorgt, ohne lange Fahrstrecken auf sich nehmen zu müssen. Die Kooperation der Häuser ist damit im doppelten Sinne folgerichtig: Sie sichert den Kliniken ihre Patienten und den Patienten ihre Kliniken.

Langer Rede kurzer Sinn:
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